Take 1 suchen

Mit den Erfahrungen aus Take 0, die eigene Wohnsituationen zu beschreiben, nähern wir uns nun den möglichen zu untersuchenden Häusern und ihren Bewohner*innen an. Ihre Suche bildet die Auswahl und damit die Grundlage ihrer Haus- und Bewohner*innenbiografie, die Sie gemeinsam mit den Bewohner*innen erforschen und dokumentieren werden. Es ist wichtig zu wissen, dass wir im Sinne der Aktionsforschung (Action Research) nicht über, sondern mit den Beteiligten (Kromrey 1998; Chatterton et al. 2007; Altrichter et al. 2010) forschen. Sie sprechen die Art und Weise des Verfahrens sowie die Verwendung und Veröffentlichung der dokumentierten Inhalte gemeinsam ab. Reflektieren Sie noch einmal die Erstellung Ihrer eigenen Wohnbiografien. Welche Aspekte haben Sie daran besonders interessiert? Gab es thematische Wiederholungen oder Überschneidungen? Welche Fragen haben Sie daraus mitgenommen? Auf welchen Ebenen (soziale, bauliche, politische, ökologische, ökonomische) des „Wohnens“ kommen diese Fragen zum Tragen? Welche Art von Fällen könnten aufgrund dessen für Sie interessant sein? Überlegen Sie entlang Ihres Interesses und Ihrer Fragen, wie Sie zu den jeweiligen Fällen kommen. Erfolgt dabei Ihr Zugang eher über den „Typ“ des Hauses oder über den „Typ“ der Bewohner*innen? Ermitteln Sie mindestens zwei bis drei (oder mehr) interessante Fälle und begeben Sie sich ins Feld (Lindner 1981; Wolff 2013). Wir betrachten dabei Wohnen und Arbeiten über alle Maßstabsebenen des Städtischen entlang der Schnittstellen Zimmer/Haus, Haus/Block, Block/Stadt hinweg. Es geht uns sowohl um das Wohnen und Arbeiten in der Wohnung und im Haus als auch um die veraushäusigten Funktionen des Wohnens und Arbeitens in der Stadt und darüber hinaus (Häußermann und Siebel 2000; Hannemann 2014; Dell und Kniess 2009). Der erweiterte Wohnbegriff umfasst z.B. Tätigkeiten und Praktiken wie Waschen im Waschsalon, Post im Geschäft um die Ecke abholen, Lesen im Park, usw.

Stellen Sie den Kontakt zu den jeweiligen Eigentümer*innen und/oder Mieter*innen bzw. Ihrer/Ihrem zukünftigen Forschungsbeteiligten her und verabreden Sie einen gemeinsamen Termin. Erläutern Sie in einem ersten groben Aufriss Ihr:

  • (1) Forschungsinteresse (Wie können Haus- und Bewohner*innenbiografien aktuelle Wohnweisen aufzeigen und wie können daraus möglicherweise Ansätze für zukünftiges Wohnen entstehen?),

  • (2) die Art und Weise des Verfahrens (vor allem: Hausführung, Gespräch, Interview),

  • (3) die verwendeten Medien (Film und Fotografie während und nach der Hausführung; Audio während des Gesprächs bzw. Interviews; außerdem: Erstellung von Zeichnungen der Wohnungsgrundrisse und des Gebäudes, sowie des Blocks und Verortung im Stadtgrundriss, sowie Archiv- und Dokumentenrecherche zur Wohnung, zum Haus und sich aus der Biografie ergebene weitere Themenstränge),

  • (4) den Umfang der Untersuchung(en) (mindestens 2-3 Besuche sowie mögliche Weitere) sowie

  • (5) die Art und die Verwendung der Dokumentation (Stufe 1 Erstellung zu Studienzwecken, Stufe 2 Erstellung zu Forschungszwecken und (Online-) Veröffentlichung) Ihrer Arbeit.

Besprechen Sie mit Ihrer*m Forschungsbeteiligte*n ein zwei-stufiges Freigabeverfahren: Stufe 1 Erstellung zu Studienzwecken heißt: die/der Forschungsbeteiligte*n erklärt sich bereit, an der Forschung und damit an der Erstellung einer Haus- und Bewohner*innenbiographie teilzunehmen und die Prozessschritte mit Ihnen gemeinsam zu gehen. Dabei werden alle erhobenen Materialien ausschließlich für den internen universitären Gebrauch innerhalb der Lehre verwendet und nicht veröffentlicht.

Stufe 2 Erstellung zu Forschungszwecken und (Online-) Veröffentlichung heißt: Die erhobenen und bearbeiteten Materialien werden nach Fertigstellung der Haus- und Bewohner*innenbiografie durch den/die Forscher*in dem/der Forschungsbeteiligte*n zur Ansicht gegeben und können durch sie oder ihn, wie zu diesem Zeitpunkt gesehen, zur Veröffentlichung und Dokumentation (u.a. über das Archiv urban-types.de) mit einer final zu bestimmenden Lizenz (CC-BY-SA oder CC-BY-ND) freigegeben werden. Stellen Sie in diesem ersten kurzen Gespräch sicher, dass Ihr*e Ansprechpartner*in Interesse an der Forschung hat und holen Sie sich eine mündliche Zusage ein.

Erstellen Sie auf Basis Ihrer Gespräche und der zusätzlich von Ihnen erhobenen Daten ein kurzes Exposé zu jedem Ihrer Fälle. Das Exposé sollte einen kurzen beschreibenden Text mit 300-500 Wörter, einen Steckbrief mit den wichtigsten Fakten des Hauses und der Bewohner*innen sowie ein den Fall repräsentierendes Bild enthalten (analog zu Take 0 über Ihre eigene Wohnsituation).

Formate im Lehrformat an der HafenCity Universität Hamburg: WiSe 2019/2020

Termine

Ausgabe Take 1: 22.10., 16.15h Gespräch Take 1: 05.11., 14.15h

Ort

UEB – 2.101 / Projektraum IV

Dokumentation

Einzelarbeit. Text: Circa 300-500 Wörter plus Steckbrief zum jeweiligen Fall; Bild: jeweils ein aussagekräftiges Bild zum jeweiligen Fall; Format: A4 hoch x X Kombination Text und Bild zu jedem Fall als Ausdruck und digital (pdf: 300 dpi + offene Datei: Text, Bildunterschriften und Quellenangaben in word, Bilder als jpg: 300 dpi) auf den Projektserver Urban Types 19 unter Take 1.
Bitte benennen Sie ihre Arbeiten wie folgt: 191022_Take1_NachnameV._suchen-Fall1.pdf 191022_Take1NachnameV. suchen-Fall1.jpg 191022_Take1NachnameV. suchen-Fall1.docx
191022_Take1_NachnameV._suchen-Fall2.pdf 191022_Take1NachnameV. suchen-Fall2.jpg 191022_Take1NachnameV. suchen-Fall2.docx